Untersuchung


In der TCM werden nicht nur die kranken Menschen betrachtet und behandelt, sondern auch die (anscheinend) Gesunden. Es ist wichtig, dass der Mensch ganzheitlich untersucht wird, so dass eventuelle energetische Störungen früh genug erkannt werden und somit eine Krankheit verhindert oder zumindest am Ausbruch gehindert werden kann. Um auf alles gut vorbereitet zu sein, hat sich in der TCM über die letzten Jahrtausende ein umfangreiches und effektives Diagnoseverfahren entwickelt. Im Gegensatz zur westlichen Medizin, bei welcher oft aufwendige Gerätschaften und Spezialisten ans Werk gehen, hat sich die TCM folgende Verfahren zu eigen gemacht:

 

1. Betrachten & Sehen

Die physische Erscheinung des Menschen ist von erster großer Bedeutung. Was kann ich feststellen, wenn ich den Menschen sehe? Geht er aufrecht oder gebückt, macht er Bewegungen die nicht "normal" zu sein scheinen bzw. wie führt er "normale" Bewegungen aus? Wie ist der Gesichtsausdruck, die Hände, die Augen? Aber vor allem auch: wie ist die Zunge beschaffen? In der TCM kann je nach Farbe, Form, Beweglichkeit, Stärke und Belag der Gesundheitszustand der Menschen bestimmt werden.

 

2. Hören & Riechen

Hier wird auf die Stimme und Sprache geachtet. Spricht jemand laut oder leise? Hat derjenige eine kraftvolle oder schwache Stimme, seufzt er viel oder schluckt oft? Hat er vielleicht Husten, wie ist die Atmung? Beim Riechen wird besonders auf Schweißgeruch und Mundgeruch geachtet.

 

3. Tasten

Das Ertasten des radialen Pulses ist eigentlich das wichtigste und auch unumgänglichste Diagnoseverfahren in der TCM. Insgesamt unterscheidet man hier 28 verschiedene Pulsarten. Getastet wird der Puls mit 3 Fingern beidseitig (radial). Man unterscheidet bei den Pulsqualitäten, dass sie gespannt, schlüpfrig, tief, oberflächlich, unregelmäßig, schnell oder langsam sein können. Somit gibt uns der Puls entscheidende Hinweise auf energetische Veränderungen im Körper. Auch der Bauch sollte ergänzend immer abgetastet werden (Fukushin Verfahren). Die Bauchdecke wird hier auf Empfindlichkeit, Temperatur, Knoten, Schmerz und andere Symptome untersucht.

 

4. Befragung (Anamnese)

Es folgt die ausführliche Befragung über Befinden, Schmerz, Ausscheidungen, Schlaf usw.

 

Untersuchungsmuster: Durch die Beobachtungen und Erkentnisse ergibt sich ein "Untersuchungsmuster", also ein Bild der vorhandenen Disharmonie im Menschen und seinem Organismus. Bei komplexen Erkrankungen, wo sich mehrere Symptome gleichzeitig zeigen bewirkt die Sichtweise nach den fünf Wandlungsphasen oder nach Yin-Yang-Prinzip, dass diese unterschiedlichen Symptome mit einer einzigen Krankheitsursache erklärt werden können. Aufgrund dessen kann dann vor allem die Ursache angegangen werden, was in der westlichen Medizin meistens erst einmal nicht der Fall ist. Je nach Disharmonie und "Muster" sind eine oder mehrere Verfahren sinnvoll.