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Hormone & Stress

 

 

Unfruchtbarkeit & Stress - wie hängt das aus TCM Sicht zusammen ?

 

1. Aus TCM Sicht kann zu viel Stress zu Leber Qi Stagnation führen, d.h. es "fließt" nicht mehr so richtig in unseren Energiebahnen. Die Stagnation kann zu Wut, Ärger, Stimmungsschwankungen, Depression und Schmerzen an den Flanken des Körpers führen. Die Qi Stagnation kann außerdem zu einer Blutstagnation führen, was wiederum die Fruchtbarkeit ngeativ beeinflusst.

 

2. Die Akupunkturpunkte Dickdarm 4 und Leber 3 öfnnen die "Vier Tore", um das Qi wieder zum fließen zu bringen und Stress zu reduzieren.

 

3. Xiao Yao San ist eine speziell für Frauen entwickelte TCM Kräuterformel um emotionale Balance herzustellen. Sie unterstützt Geist und Seele und nährt das Blut. Auch super bei PMS Syndrom.

 

4. Niedriges Progesteron ist aus TCM Sicht ein Nieren Yang Mangel. Die Niere ist unsere "Wurzel des Lebens" und muss warm gehalten werden, damit sich ein Ei einnisten und eine Schwangerschaft bestehen bleiben kann.

 

Und allgemein betrachtet ?

 

 

MINDSET

 

Tägliche Stressfaktoren, insbesondere in einer so unsicheren Zeit wie die letzten 1-2 Jahre, kännen unsere Hormone extrem durcheinander bringen. Aber nicht nur die Hormone an sich, sondern auch unseren natürlichen Zyklus (verschobene bis ausbleibende Regel wurde kollektiv bei Frauen während der ersten großen "Welle" von Covid19 beobachtet!), unseren Schlaf und dadurch unseren gesamten Energiehaushalt.

 

Aber es gibt einige Dinge, die wir zu Hause tun können, um unsere Hormone in einer so stressigen Zeit zu unterstützen. In diesem Artikel erfährst und verstehst du besser, wie Stress unsere Hormone beeinflusst und bekommst Anregungen zur Verbesserung deines Hormongleichgewichts und deines allgemeinen Gesundheitszustandes.

 

 

WIE DEIN KÖRPER MIT STRESS UMGEHT

 

Unsere Körper können durchaus mit etwas Stress umgehen. Das liegt wohl am Überlebensinstinkt aus dem Steinzeitalter. Wenn unsere Vorfahren einen wilden Tiger gesehen haben, dann hat das zu einer Stressantwort in unserem Körper geführt. Unser Gehirn (vor allem der Hypothalamus) erkannte die Gefahr und sendete eine "Vorsicht Gefahr" Nachricht zu unseren Adrenalin produzierenden Nebennieren. Diese schütteten als Antwort das Stresshormon Cortisol in unseren Blutkreislauf.

 

Cortisol spielt eine Rolle bei der sofortigen Freigabe und Verwendung von gespeicherter Energie in unserem Körper. Aminosäuren, welche in unserer Leber und den Muskeln zu finden sind, werden in Glukose, unserer effizienteste Form von Energie, umgewandelt. Außerdem werden alle anderen Körperfunktionen, welche gerade "unnötige" Energie verbrauchen, heruntergefahren (z.B. Verdauungs- oder Fortpflanzungsprozesse).

 

Natürlich ist das ein altes Beispiel und wahnsinnig effektiv, wenn wir eben von einem Tiger flüchten müssen. Heutzutage ist das aber bei dem ganzen chronischen Stress, der z.B. ausgelöst wird durch Überarbeitung, finanzielle Probleme, negative Nachrichten uvm. nicht so optimal.

 

Unser Körper kann aber leider nicht unterscheiden zwischen Gefahr von einem Tiger oder Stress aufgrund von schlechten Nachrichten - die Stressantwort und der Prozess der im Körper abläuft, ist der gleiche.

 

 

WIE STRESS DIE HORMONE + DEN ZYKLUS DURCHEINANDERBRINGT

 

+ BLUTZUCKER

 

Ein hohes Cortisollevel hindert das Insulin in seiner Fähigkeit, das Blutzuckerlevel zu balancieren. Das wiederum kann das Testosterone ansteigen lassen, was dazu führen kann, dass sich ein Ei während der Ovulationsphase nicht einnisten oder nur verspätet einnisten kann.

 

Oder das Östrogenlevel steigt signifikant an, was in direktem Zusammenhang mit PMS Syndrom, schmerzhafter Periode, Zysten oder Myomen zusammenhängen kann.

 

 

+ UNTERDRÜCKT PROGESTERON

 

Wenn viel Cortisol ausgeschüttet werden muss, dann "klaut" der Körper die Ressourcen die er braucht vom Progesteron. Dadurch sinkt der Progesteronspiegel, welchen wir brauchen, um schwanger zu werden, eine gesunde Schwangerschaft zu durchlaufen, für weniger Schmerzen vor und während der Periode und für einen regelmäßigen Zyklus.

 

 

+ VERZÖGERUNG ODER AUSBLEIBEN DER OVULATION

 

Hohe Cortisol Level können verhindern, dass ein sich ein Ei einnistet. Wie schon erwähnt, ist dies ein Prozess des Körpers zu unterscheiden was wichtiger ist: Energie fürs Überleben vs. Energie für die Fortpflanzung.

 

 

+ PMS SYMPTOME VERSCHLIMMERN SICH

 

Ein Absinken des Progsterons kann zu einer Östrogen Dominanz führen, was wiederum zu einer schmerzhaften Periode, Kopfschmerzen, Zysten oder Myomen, Stimmungsschwankungen, einer schwachen Libido, Gewichtszunahme in den Bereichen Hüfte, Po und Beine führen kann.

 

 

+ LÄNGE UND ZEITPUNKT DER PERIODE KANN SICH VERSCHIEBEN

 

Der Körper ist besonders anföllig für Stress nach der Ovulation, was zu Veränderungen in der Periode führen kann wie z.B. Schmierblutungen, zu frühe oder späte Menstruation, extreme oder schwache bzw. verkürzte Blutung.

 

 

+ UNREGELMÄßIGE ZYKLEN

 

Bleibt die Ovulationsphase aufgrund von extremem Stress aus, kann es immer noch zu einer Zwischenblutung kommen, was aber nicht wirklich als Periode bezeichnet werden kann. Eine verspätete oder ausbleibende Periode aufgrund von Stress ist der Vorbote für viele ernstzunehmende gesundheitliche Probleme wie Zystenbildung, Endometriose, Unfruchtbarkeit, etc.

 

 

+ UNTERFUNKTION DER NEBENNIEREN KANN ZU BURNOUT ODER EXTREMER MÜDIGKEIT/ABGESCHLAGENHEIT FÜHREN

 

Eine konstante Cortisolausschüttung wirkt sich auf Dauer negativ auf die Nebennieren aus, was bei vielen Menschen zu einer Nebennieren Dysfunktion oder zu Burnout führen kann. Die Nebennieren werden "müde" von der ständigen Aufgabe Cortisol auszuschütten und hören irgendwann auf richtig zu funktionieren.

 

Durch dieses Ungleichgewicht fühlt man sich selten ausgeruht (auch wenn man seine 8 Stunden Schlaf hatte) und greift vermehrt zu Kaffee und Zucker, um den Tag zu überstehen.

 

Es ist ein Teufelskreis. Körper und Hormone sind so abhängig voneinander, dass ein Ungleichgewicht an einer Stelle eine direkt Auswirkung auf andere wichtige Prozesse im Körper hat. Dadurch haben wir die verschiedensten Symptome und fühlen uns total unausgeglichen. Das Gempt, der Schlaf, Energie und Produktivität - alles leidet darunter. Mal von der generellen physischen und psychischen Gesundheit und dem Glücksfaktor abgesehen.

 

 

TIPPS ZUR UNTERSTÜTZUNG DEINER HORMONE

WÄHREND STRESSIGEN PHASEN

 

Wie du nun weißt, ist der richtige Umgang mit Stress ein Schlüsselelement wenn es um hormonelle Balance, einen gesunden Zyklus und Fruchtbarkeit geht. Aber es ist unrealistisch zu denken, dass Stress einfach so verschwindet, denn Stress ab und zu während unseres ganzen Lebens gehört irgendwo auch immer wieder dazu. Stressige, unvorhersehbare Situationen, Zukunfsängste etc.

 

Wichtig ist es, einige grundlegende Dinge zu wissen und zu praktizieren, um mit Stress generell besser umgehen zu können. Inneres Gleichgewicht und unsere hormonelle Gesundheit können wir so gut im Griff behalten:

 

1. SCHLAF HYGIENE

 

Schlaf ist einer der wichtigsten Säulen wenn es um Hormone und die allgemeine Gesundheit geht. Während dem Schlaf hat unser Körper die Möglichkeit sich von "Schäden", welche während des Tages zugefügt wurden, zu erholen und filtert bzw. entfernt Toxine. Außerdem ist der Schlaf wichtig, um den Blutzuckerspiegel, Cortisol, Nebennieren und Entzündungen auszubalancieren.

 

Meiner Meinung nach ist der beste Weg zu einem gesunden Schlaf die Abendroutine. Hier geht es z.B. darum entspannende Abendrituale zu praktizieren wie z.B. eine heiße Dusche oder ein heißes Bad zu nehmen, eine Tasse Tee zu trinken (z.B. Lavendel, Melisse, Baldrian, Kamille), Nahrungsergänzungsmittel wie Magnesium oder Vit. B 6 zu nehmen, zu lesen (statt ferzusehen oder am Handy zu spielen).

 

Alles in allem geht es darum, den Körper und Geist zur Ruhe kommen zu lassen. Dazu gehören bestimmt nicht spätabends essen bzw. Süßes in sich reinzustopfen, aufregende Filme anzuschauen oder Alkohol zu trinken.

 

 

2. BEWEGUNG

 

Regelmäßige Bewegung und Fitness trägt zu einer gesunden Insulinregulation bei und verringert Stress und Entzündungen im Körper - wichtig wie wir nun wissen für die hormonelle Gesundheit.

 

Versuche also, regelmäßige Bewegung in deinen Alltag zu integrieren, sei es Walking, Fitnesstudio oder zu Hause, was auch immer am besten für dich passt und mit was du dich wohl fühlst.

 

Wenn es dir möglich ist, dann versuche doch ein Zyklusabhängiges Workout zu machen, in dem du z.B. HIIT Training während der ersten Zyklushälfte und mehr Yoga oder Stretching während der zweiten Zyklusphase integegrierst, was wiederum dein Stresslevel reduziert und gleichzeitig so besser viszerales Fett abbaut.

 

 

3. ISS GESUND + REGELMÄßIG

 

Eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung ist das beste für einen ausgeglichenen Blutzuckerspiegel. Die Darm- und Leberfunktion wird gefördert und der allgemeine Stressfaktor verringert.

 

Achte darauf, dass du eine gute Balance zwischen Protein, Fett und Kohlenhydraten während des Tages findest und dass du dir Zeit nimmst fürs Essen (nicht in Hektik, während dem Gehen, mit negativen Gefühlen oder vor dem Fernseher essen!) Nur so kann dein Körper all die Nährstoffe aus dem Essen optimal filtern und verwenden.

 

Wenn möglich, dann vermeide oder reduziere Lebensmittel, welche Stress und Entzündungen in deinem Körper fördern könnten wie bspw. "Junk Food", extrem zuckerhaltiges, exzessiver Konsum von Kaffee oder Alkohol, billiges Fleisch oder niederwertiges Öl.

 

 

4. TRINKST DU GENUG?

 

Ich kann es nur immer wieder wiederholen: Ausreichend Trinken ist eines der wichtigsten Aspekte im Hibnblick auf die allgemeine Gesundheit, Vitalität, und die Funktion aller unsere Organe (besonders das Gehirn) sind abhängig davon. Ein niedriger Flüssigkeitshaushalt kann die Funktion der Nieren beeinträchtigen und den Körper daran hindern Toxine und überschüssige Hormone auszuscheiden.

 

Es ist aber ebenso wichtig, darauf zu achten, nicht zu viele dehydrierende Getränke zu sich zu nehmen wie Kaffee oder Alkohol, da es dem Körper Wasser und auch wichtige Mikronährstoffe entzieht. Letztere braucht er ja um Hormone zu produzieren und Entzündungen und Stress im Körper zu reduzieren.

 

 

5. MEDITATION + ATEMÜBUNGEN

 

Die Integration von Atemübungen, Achtsamkeit und Meditation in unseren Alltag wirkt sich sehr positiv auf unser parasympathisches Nervensystem aus (aka Schlaf- und Verdauungsmodus) ,reduziert so Cortisollevel und fördert das Gleichgewicht im Körper und allgemeine Ausgeglichenheit.

 

Es gibt mittlerweile tolle Apps, die dich dabei unterstützen können wie z.B. Calm (welche ich selbst benutze) oder ganz einfache Atemübungstechniken wie z.B. die 4-7-8 Methode.

 

 

6. INTEGRIERE KRÄUTER + NAHRUNGSERGÄNZUNGSMITTEL

 

Einige Kräuter oder Adaptogene wie z.B. Ashwagandha oder Basilikum sind extrem effektiv, um die Cortisolausschüttung zu verringern und bei der Stressbewältigung. Nahrungsergänzungsmittel wie Magnesium, B-Vitamine und Omega 3 wirken beruhigend auf das Nervensystem, nähren die Nieren und reduzieren Entzündungen.

 

 

7. GEH RAUS IN DIE NATUR

 

Studien zeigen, dass durch nur 20min. am Tag draußen in der Natur das Stresslevel im Körper gesenkt werden kann. Auch wenn du nicht spazierengehen kannst, gehe wenigstens nach draußen in den Garten oder auf den Balkon, um frische Luft zu bekommen. Am besten frühs oder vormittags, da das mit dem natürlichen Biorythmus übereinstimmt und am Abend einen optimalen Schlaf fördert.

 

 

8. ÄNDERE DEINE DENKWEISE

 

Es gibt physische Stressfaktoren und dann gibt es die emotionalen Stressfaktoren. Bei letzterem können wir intervenieren, indem wir die Situation anders bewerten und anders damit umgehen. Bekannt ist dir bestimmt die Aussage: "Warum passiert immer mir das?" Stattdessen könnte man sich fragen: "Was lehrt mich das?" und die Situation mit einem Lächeln zu akzeptieren, denn jede Situation ist temporär und nicht für immer.

 

Es ist natürlich nicht leicht, das zu lernen und manche Situationen sind sicherlich schwieriger zu bewältigen als andere, aber Übung macht den Meister! Oft hilft es bei emotionalem Stress erst einmal physisch aktiv zu werden wie z.B. einen kurzen Spaziergang zu machen oder sich sportlich auszupowern. Entweder klärt sich dadurch schon der emotionale Stress oder man kann danach leichter und frisch an die "negative" Situation herangehen.

 

 

9. BERÜHRUNG + INTIMITÄT

 

Studien zeigen, dass Berührung und Intimität sehr effektiv sind, wenn es darum geht Stress im Körper zu reduzieren (eine bloße Berührung von jemand anderem, Umarmung oder Orgasmus: alle diese drei setzen Oxytocin frei, das "Kuschelhormon", welches wieder das Cortisollevel sinken lässt und allgemeines Wohlbefinden fördert.

Sex + Selbstbefriedigung sind beide wichtig für einen gesunden Zyklus und Empfängnis.

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